Musik und Kameradschaft verbinden

Für die Erfindung des Smartphones ist Simon Metzger sicher sehr dankbar. „Ich wüsste garnicht, wie ich meine Termine ohne
mein Handy mit all seinen Funktionen organisieren sollte.“ Der 26-jährige Student und Musiker dirigiert seit 2007 die Musikfreunde Reilingen
und gibt Unterricht in Trompete und Schlagzeug.
Er wohnt in seinem Heimatort Malsch, wo er im Musikverein als Trompeter und Jugendleiter aktiv ist. Seit sechs Jahren hat er eine
Freundin in Angelbachtal – sie ist ebenfalls Musikerin. Und er studiert im sechsten Semester Mechatronik an der Hochschule in Karlsruhe, der
Abschluss ist mit Ende 2013 in fast greifbarer Nähe. Dazu kommen am Wochenende Auftritte mit beiden Vereinen. Ein sehr bewegter Alltag.

Musikalische Familie
Was auf den ersten Blick nach einem stressigen Leben klingt, ist für Simon Metzger eine Herausforderung, die er gerne meistert. Er ist Vollblutmusiker,
lernte mit sieben Jahren Blockflöte, mit neun Trompete, brachte sich selbst Grundkenntnisse auf Klavier, Gitarre und Schlagzeug bei. In
seiner Freizeit hört er gerne Musik aus allen Richtung, besonders Soul, aber auch eine Polka ist mal dabei.
„Früher stand ich sehr auf Hip Hop, das geht heute nicht mehr so an mich“, meint der Musiker, der trotz seines ereignisreichen Lebens Ruhe
und Gelassenheit ausstrahlt. Die Musikalität kommt nicht von ungefähr. Der Vater ist selbst Musiker, auch der Bruder (28) und die
Schwester (19) sind musikalisch aktiv. Ein hauseigenes Ensemble mit Tasteninstrumenten, Querflöte,
Oboe, Tuba, Tenorhorn und E-Bass, könnte man sagen.

In der Crash-Test-Abteilung

Doch eigentlich ist die Musik „nur“ sein Hobby. Hauptberuflich ist Simon Metzger Mechatronik-Student.
Davor machte er eine Ausbildung zum Mechatroniker. Erst vor kurzem verbrachte er sein Praxissemester bei Porsche in Weissach in der
Crash-Test-Abteilung. „Da haben am Anfang meine Freunde gescherzt, dass sie wohl wieder ein paar Studenten bräuchten, um Autos
gegen die Wand zu fahren“, erzählt er lachend. Gearbeitet hat er im Labor zur Zertifizierung von Dummis – die dann letzten Endes gegen
die Wand gefahren wurden. „Ins Ehrenamt bin ich mit 16 irgendwie reingerutscht. Damals wurde ich einer der Jugendleiter im Musikverein
und organisierte zum Beispiel Zeltlager.“ Etwa zur gleichen Zeit hieß es vom Vereinsvorstand, er sei jetzt gut genug, um die Jugendkapelle
zu dirigieren. „Ich hatte damals noch überhaupt keine Ahnung, wie man ein Orchester leitet“, gesteht er heute schmunzelnd, doch er fand
sehr schnell Gefallen am Dirigieren.

So bildete er sich weiter und absolvierte im April 2007 seine Prüfung an der Musikakademie Kürnbach, die ihn zum Dirigieren eines Blasorchesters
qualifizierte. „Direkt nach der Prüfung, sah ich dort einen Aushang:
Junger, engagierter Dirigent für Blasorchester in Reilingen gesucht.
Die Beschreibung passte, ich hab mich beworben, wurde eingeladen und hatte kurz darauf die Zusage.“
Viel Arbeit ist das sicher, doch neben dem Spaß bringt dem Musiker sein Engagement auch viel für das spätere Berufsleben.

"Ich habe mit vielen Leuten unterschiedlichen Alters und mit ganz verschiedenen Persönlichkeiten zu tun und muss
schauen, dass alles irgendwie zusammenpasst.“ Soziale Kompetenzen werden dadurch gefördert:
Teamgeist, Kompromissbereitschaft, Führungsqualitäten – alles Eigenschaften, die ein Mitarbeiter der Personalabteilung gerne sieht.

Musik verbindet
Wenn die Musik dann doch nicht reicht zum Abschalten, geht Simon Metzger gerne auch mal joggen oder Mountainbike fahren. „Gerade im
Studium brauche ich das manchmal, um den Kopf so richtig freizukriegen.“ Und auch die Zeit mit seiner Freundin, einer Flügelhornistin
im Musikverein Angelbachtal, genießt er. „Musik verbindet, das kann ich auf jeden Fall sagen. Ein gemeinsames
Hobby ist sehr wichtig, das tut uns beiden sehr gut.“

Ausgleich zur Arbeit
Bei all dem musikalischen Engagement stellt sich natürlich die Frage:
Warum nicht Musik studieren? „Musik war für mich schon immer ein Hobby und Ausgleich zur Arbeit“, erklärt
er. „Ich hatte Angst, dass ich die Lust daran verliere, wenn ich es zum Beruf mache.“ Das ist ihm bisher
noch nicht passiert. So ist er bei den Musikfreunden in Reilingen immer noch glücklich. „Bei ihnen passt einfach
das Verhältnis von Musik machen und Kameradschaft, was für mich immer auch mit Spaß verbunden
ist. Es ist für jeden Musiker ein Hobby und da darf man nicht alles immer zu ernst nehmen.“

Quelle: Schwetzinger Zeitung

 
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