Musikalische Weltreise


„In 80 Takten um die Welt“ – unter diesem Motto stand vergangenen Samstag der Konzertabend der Musikfreunde Reilingen
in der Aula der Friedrich-von-Schiller-Schule. Vor vollen Rängen boten die von Simon M. Schönhoff dirigierten Musiker
wieder einmal ein musikalisches Highlight in Reilingen. Bereits seit 10 Jahren wird das Blasorchester nun schon von
Schönhoff dirigiert und ebenso lange schaffte er es, das Publikum zusammen mit seinen Musikern mit neuen Ideen
und Klängen zu begeistern.

Auch diesmal wartete wieder ein abwechslungsreicher, kurzweiliger und beschwingter Abend auf die Zuhörer,
die sich auf eine musikalische Reise rund um den Globus freuen durften. Somit war der Einstieg mit dem
Stück „Discovery 1492“ des bekannten Komponisten Robert W. Smith bereits richtungsweisend, denn das Publikum befand
sich ohne Umschweife auf den abenteuerlichen Wegen der damaligen portugiesischen Seefahrer gen Westen, die neue Welten
entdecken wollten. Ein fulminanter Auftakt für die zu erwartende musikalische Weltreise.

Nach einer kurzen Begrüßung durch die 1. Vorsitzende Birgit Wetterauer übergab diese das Wort an ihre Tochter
Silke Wetterauer, der es auch in diesem Jahr bestens gelang, das Publikum charmant und keck zugleich auf das jeweils
folgende Stück einzustimmen. In diesem Sinne ging die Reise u.a. weiter nach Ungarn. Mit „Csardas“, einer
traditionellen ungarischen Tanzform, forderten die Musikfreunde regelrecht zum Tanz auf.
Zwar schwang letztendlich keiner das Tanzbein, doch für beste Stimmung und Schunkellaune reichte es allemal.
Für zusätzliche Begeisterung sorgte bei diesem Stück zudem Bernhard Heck, der als Klarinetten-Solist überzeugte.
Das gelang ihm jedoch auch noch in anderer Sicht: Ihm war es zu verdanken, dass der Abend auch visuell verzückte.
Sämtliche Musikstücke wurden untermalt von einer Bildschirmpräsentation. Die parallel laufende Diashow unterstrich
die Wirkung und Aussagekraft der einzelnen Titel und trug damit stark zu dem runden Ganzen bei.

Tänzerisch ging die Reise weiter nach Russland („The second waltz“) und endete vorerst im Land der aufgehenden Sonne,
nämlich in Japan am „Yangtze river“. Nach kurzer Verschnaufpause fand das Konzert in geografischer Hinsicht seinen Höhepunkt.
Mit Rossano Galantes Komposition „Mount Everest“ entführte das Orchester in den Himalaya. Das Publikum folgte
den Spuren Reinhold Messners, jedoch viel entspannter und „ohne Frostbeulen“, wie Silke Wetterauer treffend formulierte.
Fortan bestimmten nun Musikstücke aus weniger frostigen Regionen das Geschehen des Abends. So ging es beispielsweise
mit dem Stück „Africa“ von der Band „Toto“ auf den gleichnamigen Kontinent oder auch mit der Disney-Filmmusik „Aladdin“
in den Orient. Ebenso durfte ein Abstecher nach Südamerika nicht fehlen. Das Medley „Cuban Sound“ lud erneut
zum Feiern und Tanzen mit Rum und Zigarre ein, weshalb auch Dirigent Schönhoff mit genau diesen Utensilien
sowie einem Strohhut auf der Bühne stand. Sein Orchester tat es ihm zum Teil gleich. Mit seinen Mambo-Rhythmen
vermittelte das Medley pures kubanisches Lebensgefühl.

Nach deutlich mehr als nur 80 Takten endete die Reise schließlich in Brasilien an der „Cobacabana“,
auch wenn der Ursprung des Stückes vielmehr von einem New Yorker Nachtclub herrührt als von dem
berüchtigten brasilianischen Strand. Der Begeisterung des Publikums sollte dieser Umstand keinen Abbruch tun.
Schnell war klar, dass der Abend nicht ohne Zugabe enden durfte. Nach einer kleinen Zugabe in Form eines
Geburtstagständchens für Birgit Wetterauer, bei der sich das Publikum spontan als Chor einklinkte,
folgte die eigentliche Zugabe mit der Rückkehr nach Europa, genauer in die Heimat von Kaiserschmarrn und Germknödel,
d.h. nach Österreich. Der „Radetzky Marsch“ ist und bleibt ein Dauerbrenner und sorgte auch diesmal wieder
für Begeisterung bei den Zuschauern.
Erst zwei weitere Zugaben später ließen sich diese davon überzeugen,
dass auch die längste Weltreise irgendwann ein Ende nehmen musste.

 

 

 

 

 
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